Publikationsdatum: 6. April 2019
«Mit einer wertfreien Haltung unterwegs zu sein, war sehr herausfordernd, aber auch lehrreich»
Lesedauer: ca. 5 Minuten
Daniela Boxler
Betriebl. Mentorin mit eidg. FA / CAS Coaching / dipl. Coach SCA
Liebe Frau Boxler, Sie haben vor kurzem den Lehrgang Coaching Mentoring besucht und abgeschlossen. Was hat Sie dazu bewogen?
DANIELA BOXLER: Den Gedanken, das CAS zu machen, hatte ich schon länger. Allerdings wollte ich erst den angefangenen Master in transkultureller Kommunikation und Leadership beenden. Hierbei eignete ich mir vor allem Fachwissen zur interkulturellen Kommunikation an. Doch hatte ich das Gefühl, dass es ein nachhaltigeres Arbeiten wäre, wenn ich die Mitarbeiter befähigen könnte, selber Erkenntnisse und Ideen zu entwickeln. Diese Methodik fehlte mir jedoch beim Master. Deswegen habe ich mich für den Lehrgang Coaching Mentoring eingeschrieben.
«So wollte ich mir das notwendige Know-how erarbeiten, wie ich das Wissen zu den Menschen bringen kann, damit sie es nachher langfristig nutzen und es sich zu eigen machen.»
Was hat Sie besonders überzeugt an der Ausbildung? Was waren Ihre Highlights?
Als erstes fallen mir hier die Methoden ein, die gelehrt wurden. Das Figuren-aufstellen beispielsweise kann eindrücklich Teamdynamiken darstellen. Ebenso kann es eingesetzt werden, um seine eigene Rolle zu klären und zu reflektieren. Dies zu erleben war ungemein spannend.
Ein weiteres Highlight war auch die tolle Truppe. Die Teilnehmenden wiesen eine bunte Mischung an beruflicher Herkunft auf. So konnten wir alle viel von einander profitieren.
Es mag komisch klingen, aber ein Highlight war es für mich auch, eine schriftliche Arbeit am Ende des Lehrganges zu verfassen. Das Schreiben war wie eine Lernüberprüfung, weil es bedeutete, dass ich mich intensiv mit dem gesamten Lerninhalten beschäftigen musste. So konnte ich auch gleichzeitig das vermittelte Wissen verinnerlichen.
Die schriftliche Arbeit war zudem mit ein Entscheidungsgrund, die Ausbildung beim Coachingzentrum zu machen. Ebenso die Begleitungsnachweise, die wir dokumentieren sollten. Zuerst war es mühsam, aber schliesslich konnte ich viel davon profitieren. Dadurch konnte man die Entwicklung bei sich beobachten, ganz im Sinne von «Learning by doing». Ausserdem halfen mir die Begleitungsnachweise, mich zu strukturieren und auf das Wesentliche zu konzentrieren. So geschieht in der Zwischenzeit die Struktur nun ganz automatisch.
Welche Erfahrungen und Impulse aus dem Lehrgang haben Sie persönlich am stärksten geprägt?
Mit einer wertfreien Haltung – also beispielsweise nicht sofort zu kategorisieren oder von sich auf andere zu schliessen – unterwegs zu sein, war sehr herausfordernd, aber auch lehrreich. Ein Augenöffner war es auch, als wir von den Lehrcoaches und Trainern animiert wurden, dies ganz gezielt auszuprobieren. Sie rieten uns, vor einer Begleitung aufzuschreiben, wie die eigene Erwartung ist. Wenig überraschend kam es aber immer anders. Diese Erfahrung begleitet mich noch heute und ich übe es kontinuierlich weiter. So wird auch immer wieder von neuem ein Reflexionsprozess angestossen, der mich weiter voranbringt.
Wie hat sich Ihr Berufsalltag seit Ihrer Ausbildung zum Coach und betrieblichen Mentorin verändert? Was machen Sie genau anders?
Ich wende automatisch bestimmte Fragetechniken an. So frage ich auch mehr und genauer nach, damit ich mein Gegenüber besser verstehe. Meine Abschlussarbeit zum Thema «Emotionale Intelligenz. Wie sie durch betriebliches Mentoring gefördert werden kann.» begleitet mich tagtäglich, indem ich viel aufmerksamer bin und mich achte, welche Trigger bei mir was auslösen. Es ist heute wichtiger für mich die Hintergründe von Aussagen oder Verhalten besser zu verstehen.
Welche neuen beruflichen Möglichkeiten sind für Sie durch die Ausbildung entstanden?
Meine neue Stelle! Nachdem ich bei meiner vorherigen Arbeitsstelle oft interne Workshops auf eigene Initiative hin durchgeführt habe, werde ich dies zukünftig hauptberuflich machen. Durch die Ausbildung habe ich mir das Know-how erarbeitet, um zusätzlich Coachings für Einzelpersonen durchführen zu können.
Ich habe durch die neue Stelle genau das erreicht, was ich möchte, nämlich dass ich zukünftig Vollzeit als Trainerin und Coach arbeiten kann.
Was denken Sie, für wen eignet sich diese Ausbildung? Was sollten potenzielle Interessenten unbedingt wissen?
«Die Ausbildung eignet sich für alle jene, die nicht nur führen wollen, sondern neue Ansätze ins Unternehmen bringen und mitarbeiterorientiert handeln möchten.» Die Branche oder Hierarchiestufe ist nicht so relevant, Führungs- und Praxiserfahrung dafür umso mehr. Wichtig ist zudem, dass man Gestaltungsspielraum hat, um dann auch neue Ansätze und Ideen umsetzen zu können.
Was Sie sonst noch sagen wollten…
Mit einer guten Gruppe die Ausbildung machen zu können, ist enorm wichtig. Die Lehrcoaches und Trainer schaff en diese Grundlage, indem sie einen wertschätzenden, empathischen, hilfsbereiten und respektvollen Umgang vorleben. Das heisst aber nicht, dass man mit allen beste Freunde wird, sondern dass man off en und ehrlich miteinander umgeht. Nicht der Konsum von Wissen steht im Vordergrund, sondern die Weiterentwicklung aller Teilnehmenden durch die Interaktionen.
Ein wichtiger Bestandteil ist auch, dass das, was während des Lehrganges miteinander geteilt wird, in der Gruppe bleibt. Das Coachingzentrum fördert das so gut und so stark wie möglich, indem zu Beginn der Ausbildung ein gemeinsamer Klassenvertrag erarbeitet wird. In diesem Vertrag werden Grundsätze und Regeln festgehalten, die den Umgang miteinander, aber auch den Umgang mit sensiblen und privaten Informationen definieren. So wird die Basis geschaffen, damit man sich ohne Sorge öffnen und weiterentwickeln kann.
Liebe Daniela, herzlichen Glückwunsch zur Bestnote an der Berufsprüfung zur betrieblichen Mentorin. Wir wünschen dir für dein weiteres Wirken als Coach und betriebliche Mentorin viel Freude und Erfüllung. Dein CZO.


Coachingzentrum
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