Publikationsdatum: 6. September 2020
«Die Begleitung von Menschen muss individuell passieren und kann nicht nach einem Standard-Schema erfolgen»
Lesedauer: ca. 5 Minuten
Patrick Fischer
Betriebl. Mentor mit eidg. FA
Tätig als Ausbilder und betrieblicher Mentor bei der adcubum ACADEMY, Teil der Adcubum AG – dem Hersteller von Standard-Software für Kranken-, Unfall- und Sachversicherungen
Lieber Herr Fischer, Sie haben vor einiger Zeit unseren Lehrgang Coaching Mentoring besucht. Was hat Sie dazu bewogen?
PATRICK FISCHER: Ich arbeite seit mehr als 10 Jahren als Trainer für Schulungen von komplexen IT-Systemen. Als Ausbildner war ich zwar gut geschult, jedoch verspürte ich den Wunsch, Menschen noch besser zu unterstützen und zu begleiten. Deswegen habe ich mich über Weiterbildungsmöglichkeiten informiert. Nach dem Besuch des Info-Abends war ich vollends überzeugt davon, dass mir der Lehrgang Coaching Mentoring genau das Wissen und die Methodik mitgeben würde, welches mir so noch gefehlt hat.
Ausschlaggebend waren für mich zudem auch, dass ich die Ausbildung mit einem Fachausweis abschliessen konnte. Den Lehrgang berufsbegleitend absolvieren zu können, war für mich ein zusätzliches Argument. Auch die Praxisorientierung sowohl in Bezug auf den Inhalt wie auch auf den Aufbau in Stufen hat mich absolut angesprochen und kam mir sehr zugute.
Was hat Sie besonders überzeugt an der Ausbildung? Was waren Ihre Highlights?
Ein Highlight war der persönliche Entwicklungsprozess, denn dadurch hatte ich das Gefühl, dass ich erst richtig erwachsen und reifer geworden bin. Dieser grosse Entwicklungssprung, den ich dadurch erleben durfte, war eine heilsame Erfahrung, denn nur dadurch bin ich heute da, wo ich jetzt bin. Es war eine harte, aber lehrreiche Zeit, die ich nicht missen möchte, weil ich nun selbstverantwortlich und reflektiert durch das Leben gehe.
«Die systemische Betrachtungsweise, dass ich zuerst schaue, was bei mir passiert und erst in einem zweiten Schritt bei anderen, hat mich gelassener werden lassen. Ich bin vermehrt auf der Meta-Ebene, was enorm hilfreich ist. Meine Frustrationstoleranz und Resilienz sind zudem dadurch sehr gestiegen.»
Welche Erfahrungen und Impulse aus dem Lehrgang haben Sie persönlich am stärksten geprägt?
Nur kleine Ziele bringen etwas – diese Erkenntnis begleitet mich seit dem Lehrgang. Die Begleitung von Menschen muss individuell passieren und kann nicht nach einem Standard-Schema erfolgen. Möglichst wertfrei unterwegs zu sein und keine Beurteilungen vorzunehmen fordert mich noch jeden Tag wieder aufs Neue heraus, bringt mich aber persönlich immer weiter.
Empathie ist zudem der Schlüssel, um erfolgreich als Coach und betrieblicher Mentor zu sein. Nur dadurch kann eine Vertrauensbasis aufgebaut werden, in der sich die Kunden öffnen. Diese Erkenntnisse haben mir zudem geholfen, mein eigenes empathisches Wesen einzuordnen und anzunehmen.
Wie hat sich Ihr Berufsalltag seit Ihrer Ausbildung zum Coach und betrieblichen Mentor verändert? Was machen Sie genau anders?
Zunächst hatte ich fixe Zeiten eingeplant, an denen ich als Coach und betrieblicher Mentor tätig sein wollte. Ich musste dann aber relativ schnell merken, dass das so nicht funktioniert. Dadurch wurde ich nochmals offener und flexibler in der Planung und habe gleichzeitig für mich neue Entrypoints entdeckt, damit ich als Coach und betrieblicher Mentor tätig werden konnte. So habe ich nach und nach meine neue Funktion aufgebaut und im Unternehmen bekannt gemacht.
Das war enorm wichtig, denn die IT-Branche ist nach wie vor eine Männerdomäne und da bin ich zuvor immer wieder darüber gestolpert, dass Männer ungern über Gefühle und Probleme sprechen. Mittlerweile bekomme ich häufig Anfragen für Begleitungen von Personen, die über interne Mund-zu-Mund Propaganda auf mich aufmerksam geworden sind. Die Vernetzung innerhalb des Unternehmens hat mir sehr geholfen, meine Funktion aufbauen und leben zu können. Heute kann ich sagen, dass das Berufsbild des betrieblichen Mentors genau mit meiner Funktion übereinstimmt und ich mich darin wiedererkenne.
Welche beruflichen Möglichkeiten sind für Sie durch die Ausbildung entstanden?
Mein Status im Unternehmen als Vertrauensperson und Ansprechpartner ist gestiegen. Dadurch darf ich nicht nur als Coach und betrieblicher Mentor mit Einzelpersonen arbeiten, sondern bekomme mittlerweile auch Anfragen für die Begleitung von Gruppenprozessen. Ganz allgemein haben bei mir Prozessanfragen und Kommunikationsthemen zugenommen, so dass ich immer öfters als Berater und Impulsgeber fungiere.
«Mein gesamter beruflicher Alltag hat sich in Richtung betrieblicher Mentor entwickelt – das bin ich, ich bin angekommen und schätze es sehr, das so leben zu können.»
Was denken Sie, für wen eignet sich diese Ausbildung? Was sollten potentielle Interessenten unbedingt wissen?
Ich empfehle diese Ausbildung jedem, der als Kursleiter oder Trainer, gerade auch im agilen Umfeld, tätig ist. Es ist sehr hilfreich in der internen Potentialentwicklung für beispielsweise Scrum-Master, aber auch für Teamleiter und Führungspersonen.
Die neue Generation von Arbeitskräften erwarten und fordern es schon beinahe, dass Führungspersonen oder Trainer mit einer Coaching-Haltung unterwegs sind. Wichtig hierbei ist, dass man mit ihnen sowohl in Bezug auf die Fach- wie auch Prozesskenntnisse auf Augenhöhe kommunizieren kann, da man nur so volle Akzeptanz erreicht und als betrieblicher Mentor tätig werden kann.
Mein Tipp für alle, die über eine solche Ausbildung nachdenken: studiere das Berufsbild des betrieblichen Mentors. Wenn du dich davon angesprochen fühlst, dann mache es.
Was Sie sonst noch sagen wollten…
Ich bin stolz darauf, diese Ausbildung absolviert zu haben und das Berufsbild des betrieblichen Mentors auch zu leben. Ich bin richtig, wo ich bin und was ich mache. Diese Erkenntnis stammt aus der persönlichen Weiterentwicklung, welche ich durch diese Ausbildung erleben konnte.


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