Publikationsdatum: 30. Juli 2026
«Ich habe nicht nur neue Kompetenzen gewonnen – sondern meinen Weg gefunden»
Renate Rohrer führt im Interview aus, was sie an den Ausbildungen beim Coachingzentrum begeistert, aber auch gefordert hat, welche Momente sie besonders geprägt haben und wie sich ihr beruflicher Weg weiterentwickelt. Sie gibt Einblick, welchen Stellenwert Mut, Selbstreflexion und eine fundierte Weiterbildung im richtigen Moment haben können.
Interview: Coachingzentrum
Lesedauer: ca. 8 Minuten
Renate Rohrer
Renate Rohrer ist als Managerin und Head Supply Chain Support tätig und ab Oktober 2026 als Jobcoach. Im Jahr 2023 bzw. 2024 hat sie ihre Ausbildungen beim Coachingzentrum erfolgreich abgeschlossen.
Mit ihren Coachings hilft sie Menschen, Sinnhaftigkeit zu finden und aus dem Alltagstrott herauszutreten.
Was hat dich ursprünglich dazu bewogen, das CAS Coaching beim Coachingzentrum Olten zu absolvieren?
Zum Zeitpunkt meiner Entscheidung war ich stellvertretende Gruppenleiterin. Es zeichnete sich ab, dass sich meine direkte Vorgesetzte intern auf eine neue Position bewerben würde und sich für mich die Möglichkeit ergeben könnte, die Gruppenleitung zu übernehmen. Gleichzeitig befand ich mich in einer herausfordernden Lebensphase: Die Situation im Unternehmen, die hohe Arbeitsbelastung sowie meine Rollen als Mutter, Ehefrau und eigenständige Persönlichkeit verlangten mir viel ab. In dieser Zeit zweifelte ich stark an mir selbst und meinen Leistungen. Dadurch verlor ich zunehmend den Blick dafür, was ich eigentlich wollte und welche Richtung ich beruflich und persönlich einschlagen sollte. Während einer längeren Reise durch Peru mit meinem Mann und meiner Tochter las ich das Buch «Das Café am Rande der Welt» von John Strelecky. Die darin aufgeworfenen Fragen und Gedanken haben mich tief bewegt und dazu inspiriert, mich intensiver mit mir selbst, meinen Werten und meinen Zielen auseinanderzusetzen. Zurück in der Schweiz begann ich, nach einer passenden Weiterbildung zu suchen, die mich auf diesem Weg unterstützen könnte. Dabei stiess ich auf das Coachingzentrum Olten. Schon von Anfang an fühlte ich mich von dessen Ansatz, den Inhalten und den Menschen angesprochen. Was damals mit einer Internetrecherche begann, entwickelte sich schnell zu einer kleinen Liebesgeschichte zwischen mir und dem Coachingzentrum.
«Das CAS hat mir geholfen, wieder näher zu mir selbst zu finden und mein Leben bewusster nach meinen Wünschen und Werten auszurichten.»
Wie passte das CAS Coaching zu deinem Beruf/ zu deiner beruflichen Entwicklung?
Das CAS Coaching kam für mich genau zum richtigen Zeitpunkt. Beruflich stand ich an einem Wendepunkt: Ich wollte mehr Verantwortung übernehmen und mich auf eine mögliche Führungsfunktion vorbereiten. Gleichzeitig suchte ich nach mehr Klarheit über meine eigenen Stärken, Werte und Ziele. Die Weiterbildung hat mich dabei auf mehreren Ebenen unterstützt.
Einerseits habe ich wertvolle Coaching- und Kommunikationstechniken kennengelernt, die mir im Führungsalltag bis heute helfen. Andererseits war es vor allem die intensive Auseinandersetzung mit mir selbst, die meine persönliche und berufliche Entwicklung nachhaltig geprägt hat. Durch das CAS Coaching konnte ich mein Selbstvertrauen stärken, meine Rolle als Führungsperson bewusster gestalten und einen neuen Blick auf Zusammenarbeit, Veränderungsprozesse und die Entwicklung von Menschen gewinnen. Ich habe gelernt, weniger Antworten vorzugeben und stattdessen die richtigen Fragen zu stellen – eine Fähigkeit, die gerade in meiner heutigen Führungsfunktion von grossem Wert ist. Rückblickend war das CAS Coaching weit mehr als eine fachliche Weiterbildung. Es war ein wichtiger Meilenstein auf meinem Weg von der stellvertretenden Gruppenleiterin zur Führungsperson und hat mich sowohl beruflich als auch persönlich wachsen lassen.
Welche Coaching-Modelle oder -Methoden aus dem CAS haben dich am meisten geprägt?
Das SCORE-Modell hat mir geholfen, komplexe Situationen strukturiert zu analysieren und den Fokus nicht nur auf Probleme, sondern vor allem auf Ressourcen und Lösungen zu legen. Diese Denkweise begleitet mich bis heute. Die Arbeit mit dem Inneren Team war für mich eine besonders wertvolle Erfahrung. Sie hat mir bewusst gemacht, wie viele unterschiedliche Stimmen und Bedürfnisse in uns wirken und wie wichtig es ist, diese wahrzunehmen und miteinander in Einklang zu bringen. Gerade in herausfordernden Entscheidungs- und Führungssituationen hilft mir dieses Verständnis noch heute.
Die Figurenaufstellungen haben mir gezeigt, wie Beziehungen, Dynamiken und Perspektiven sichtbar gemacht werden können. Oft entstehen dadurch auf überraschende Weise neue Erkenntnisse und Lösungsansätze. Das Wertequadrat wiederum hat meinen Blick auf Stärken und vermeintliche Schwächen nachhaltig verändert. Ich habe gelernt, dass jede Stärke erst durch ihre Balance ihre volle Wirkung entfaltet. In Kombination mit systemischen Fragen eröffnen sich dadurch neue Denk- und Handlungsräume. Rückblickend waren diese Methoden für mich weit mehr als Coaching-Tools. Sie haben meine Art zu reflektieren, zu kommunizieren und Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten nachhaltig geprägt.
Was war für dich die grösste Herausforderung während des CAS?
Für mich lag die grösste Herausforderung tatsächlich nicht im Erlernen der Methoden oder im Ausbildungsaufwand. Das CAS Coaching war für mich vielmehr ein Kraftort. Die Kurstage fühlten sich oft wie eine kleine Auszeit vom hektischen Berufs- und Familienalltag an. Herausfordernd war eher, die vielen Erkenntnisse über mich selbst zuzulassen und eingefahrene Denkweisen zu hinterfragen. Das verlangt Offenheit und die Bereitschaft, sich kritisch mit sich selbst auseinanderzusetzen. Genau diese Erfahrungen haben das CAS für mich aber so wertvoll gemacht.
«Die Kurstage fühlten sich oft wie eine kleine Auszeit vom hektischen Berufs- und Familienalltag an.»
Was hast du über dich selbst gelernt?
Ich habe gelernt, dass hinter all den Rollen, Aufgaben, Zielen und Erwartungen vor allem ein Mensch steht, und dass dieser Mensch genauso wichtig ist wie die Ergebnisse, die er liefert. Vor dem CAS war ich stark geprägt von Leistung, Verantwortung und dem Wunsch, alles möglichst perfekt zu machen. Während der Ausbildung wurde mir bewusst, dass ich mein Leben nicht ausschliesslich nach KPIs, Timelines und Meetings ausrichten möchte.
Das CAS hat mir geholfen, wieder näher zu mir selbst zu finden und mein Leben bewusster nach meinen Wünschen und Werten auszurichten. Mit dem Schritt in die Führungsrolle durfte ich viele der im CAS gewonnenen Erkenntnisse in der Praxis anwenden und weiterentwickeln. Die Ausbildung hat dabei nachhaltig in mir nachgewirkt und meinen Blick auf Führung, Zusammenarbeit und persönliche Entwicklung verändert. Auch der anschliessende Start des CAS Resilienztraining hat mich auf meinem Weg weiter begleitet. Die vertiefte Auseinandersetzung mit meinen eigenen Werten, Ressourcen und Bedürfnissen hat mir zusätzliche Erkenntnisse und noch mehr Klarheit darüber gegeben, was mir im Leben und in meiner beruflichen Tätigkeit wirklich wichtig ist.
Heute blicke ich voller Freude auf meinen bevorstehenden Berufswechsel zum Jobcoach beim Bbc Bern, ICT Berufsbildungscenter AG. Für mich schliesst sich damit ein Kreis: Aus der Auseinandersetzung mit meinem eigenen Entwicklungsweg ist der Wunsch entstanden, junge Menschen auf ihrem Weg zu begleiten, sie zu stärken und dabei zu unterstützen, ihre eigenen Potenziale zu entdecken. Rückblickend war das CAS Coaching weit mehr als eine Weiterbildung. Es war der Beginn einer persönlichen Entwicklungsreise. Schritt für Schritt durfte ich alte Denkweisen hinterfragen, neue Perspektiven entdecken und näher zu mir selbst finden. Manchmal fühlt es sich heute tatsächlich ein wenig an wie die Verwandlung von einer Raupe in einen Schmetterling: von einem Leben, das stark von Leistung und Erwartungen geprägt war, hin zu einem Weg, der sich an meinen Werten, meiner Freude und meinem Wunsch orientiert, Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten.
Wie hat sich dein Verständnis von Coaching durch die Ausbildung verändert?
Vor Beginn der CAS-Lehrgänge verstand ich Coaching vor allem als Methode, um Menschen bei Herausforderungen zu unterstützen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.
Während der Ausbildung wurde mir jedoch bewusst, dass Coaching viel mehr ist als das. Ich habe gelernt, dass Coaching nicht bedeutet, Ratschläge zu geben oder die passende Lösung zu präsentieren. Vielmehr geht es darum, Menschen aufmerksam zuzuhören, die richtigen Fragen zu stellen und einen vertrauensvollen Raum zu schaffen, in dem sie ihre eigenen Antworten finden können. Besonders beeindruckt hat mich die Erkenntnis, dass jeder Mensch die Ressourcen für seine Entwicklung grundsätzlich bereits in sich trägt.
Coaching kann helfen, diese Ressourcen sichtbar zu machen, neue Perspektiven zu eröffnen und Veränderungsprozesse nachhaltig zu begleiten. Dadurch hat sich auch mein Verständnis von Führung verändert. Ich bin heute weniger darauf fokussiert, Lösungen vorzugeben, sondern vielmehr darauf, Menschen in ihrem Denken, Lernen und ihrer Entwicklung zu unterstützen. Diese Haltung begleitet mich sowohl im beruflichen als auch im privaten Alltag. Mit der Zeit wurde mir klar, dass genau dieser Ansatz meinen eigenen Werten und meinem Menschenbild entspricht. Er hat meinen Wunsch bestärkt, künftig als Jobcoach tätig zu sein und junge Menschen auf ihrem individuellen Entwicklungsweg zu begleiten. Heute sehe ich Coaching nicht mehr nur als Methode, sondern als Haltung des Vertrauens, der Wertschätzung und der echten Begegnung.
«Wenn ich auf die Zeit zurückblicke, hat das CAS Coaching etwas geschafft, womit ich zu Beginn nie gerechnet hätte: Es hat mir nicht nur neue Kompetenzen vermittelt, sondern mir auch geholfen, eine berufliche Richtung zu finden, die sich wirklich nach mir anfühlt.»
Als Führungsfachfrau FA hattest du schon vorher Erfahrung in der Begleitung von Menschen. Was hat der CAS Coaching zusätzlich gebracht, das du in deiner heutigen Selbstständigkeit nicht missen möchtest?
Meine Ausbildung zur Führungsfachfrau mit eidg. Fachausweis hat mir ein breites und solides Fundament in den Bereichen Führung, Betriebswirtschaft, Personalwesen, Recht und Organisation vermittelt. Ich habe dort gelernt, Teams zu führen, Entscheidungen zu treffen und die betriebswirtschaftlichen Zusammenhänge eines Unternehmens zu verstehen. Das CAS Coaching hat diese Kompetenzen für mich auf eine ganz andere Ebene gehoben. Während die Führungsausbildung vor allem das Handwerkszeug einer Führungsperson vermittelt, hat mir das CAS Coaching gezeigt, wie wichtig es ist, den Menschen hinter der Rolle zu sehen. Ich habe gelernt, weniger auf schnelle Lösungen und mehr auf echtes Zuhören, wirksame Fragen und die Ressourcen meines Gegenübers zu vertrauen. Dadurch haben sich nicht nur meine Gespräche mit Mitarbeitenden verändert, sondern auch meine Haltung als Führungsperson.
Was ich heute nicht mehr missen möchte, ist genau diese coachende Grundhaltung. Sie hilft mir, Menschen nicht nur in ihrer fachlichen Entwicklung zu unterstützen, sondern sie auch in Veränderungsprozessen, bei Herausforderungen und auf ihrem persönlichen Weg zu begleiten. Rückblickend ergänzen sich für mich beide Ausbildungen ideal: Die Führungsfachfrau hat mir das Wissen vermittelt, wie Organisationen und Führung funktionieren. Das CAS Coaching hat mir gezeigt, wie Entwicklung bei Menschen gelingt.
Was hast du dir vor Beginn der Weiterbildung erhofft – und hat es sich erfüllt?
Ehrlich gesagt wusste ich vor Beginn der Weiterbildung gar nicht genau, was ich wollte. Ich befand mich damals in einer Phase des Suchens, Hinterfragens und Neuorientierens. Ich hatte das Bedürfnis, mich selbst besser kennenzulernen, mehr Klarheit zu gewinnen und herauszufinden, was mir wirklich wichtig ist. Entsprechend waren meine Erwartungen gar nicht so konkret. Ich hoffte auf neue Perspektiven, spannende Impulse und Werkzeuge, die mich in meiner persönlichen und beruflichen Entwicklung unterstützen würden.
Rückblickend haben sich diese Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern wurden sogar übertroffen. Das CAS Coaching hat mir weit mehr mitgegeben, als ich mir damals hätte vorstellen können. Neben wertvollen Methoden und Modellen erhielt ich vor allem einen neuen Blick auf mich selbst, auf andere Menschen und auf die Art und Weise, wie Entwicklung gelingen kann. Besonders prägend waren für mich die Coaching-Begleitungen, die ich im Rahmen der Kompetenznachweise durchführen durfte. Dabei habe ich gespürt, wie viel Freude es mir bereitet, Menschen in ihren Entwicklungsprozessen zu begleiten, ihnen zuzuhören, die richtigen Fragen zu stellen und sie dabei zu unterstützen, ihre eigenen Lösungen zu finden. Wenn ich auf diese Zeit zurückblicke, hat das CAS Coaching etwas geschafft, womit ich zu Beginn nie gerechnet hätte: Es hat mir nicht nur neue Kompetenzen vermittelt, sondern mir auch geholfen, eine berufliche Richtung zu finden, die sich wirklich nach mir anfühlt.
Was hättest du Absolventen gefragt, hättest du vor der Ausbildung die Möglichkeit dazu gehabt?
Ich hätte vermutlich gefragt: « Was hat das CAS Coaching mit euch als Mensch gemacht?» Die fachlichen Inhalte und Methoden kann man auf der Website nachlesen. Spannend finde ich vielmehr die Frage, was die Ausbildung langfristig auslöst und welche Veränderungen sie anstossen kann. Heute würde meine Antwort lauten: Das CAS Coaching hat weit über die Ausbildungszeit hinaus gewirkt. Es hat meinen Blick auf Menschen, Führung und letztlich auch auf mein eigenes Leben nachhaltig verändert.
Würdest du den Lehrgang CAS Coaching weiterempfehlen? Und wenn ja, wem besonders?
Ja, auf jeden Fall. Besonders wertvoll ist die Ausbildung aus meiner Sicht für Menschen, die bereit sind, sich nicht nur mit Methoden und Modellen auseinanderzusetzen, sondern auch mit sich selbst. Denn das CAS Coaching vermittelt weit mehr als fachliches Wissen. Es lädt dazu ein, die eigene Haltung zu reflektieren, neue Perspektiven zu gewinnen und den Blick auf Menschen und deren Potenziale zu verändern.
Für mich persönlich war das CAS Coaching weit mehr als eine Weiterbildung. Es war der Beginn einer Reise zu mehr Klarheit, Selbstkenntnis und Sinn. Deshalb würde ich den Lehrgang all jenen empfehlen, die den Mut haben, sich auf diese Reise einzulassen und offen sind für persönliches Wachstum. Rückblickend war das CAS Coaching eine der wertvollsten Entscheidungen meines Lebens – sowohl beruflich als auch persönlich.


Canva / Coachingzentrum