Publikationsdatum: 5. Januar 2025
«Alle, die mitdenken und mithandeln wollen, sind bei ‹Olten im Wandel› herzlich willkommen»
Statt Weihnachtskarten zu versenden, liess das Coachingzentrum die eingesparten Mittel «Olten im Wandel» zukommen – einem Verein, der frische Impulse setzt, nachhaltige Projekte stärkt und unsere Heimatstadt lebendig weiterdenkt. Dieses Engagement spiegelt, wofür wir im Coaching stehen: Mut fördern, Räume öffnen und Entwicklung ermöglichen. Im Interview gibt Andrea Hänggli, Vorstandsmitglied von «Olten im Wandel», Einblicke in die Geschichte des Vereins, aktuelle Projekte und Zukunftspläne.
Foto: JoachimKohlerBremen; Creative Commons
Lesedauer: ca. 4 Minuten
«Olten im Wandel» bezweckt die Bildung lokaler und nachhaltiger Strukturen eingebettet in einen globalen Kontext. Der Verein engagiert sich für kreative und zukunftsfähige Lösungsmodelle im ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Umfeld. Dabei handelt der Verein unabhängig und lokal und verfolgt keine kommerziellen Zwecke und erstrebt keinen Gewinn. Wer sich bei «Olten im Wandel» engagieren möchte, ist willkommen: www.oltenimwandel.ch
Wie ist «Olten im Wandel» ursprünglich entstanden?
ANDREA HÄNGGLI: Schon vor etwas mehr als zehn Jahren engagierten sich in unserer Stadt einige Menschen in mehreren Projekten, unter anderem im «Garten für alle», beim «Essen für alle» und bei der «RestEssBar». Die Initiativen entspringen ähnlichen Werten, und es gibt auch praktische Verbindungen, zum Beispiel, dass die Ernte aus dem Garten stammt und gerettete Lebensmittel verwendet statt entsorgt werden. Es lag darum nahe, dass sich die Projekte zusammenschliessen – so entstand «Olten im Wandel».
Was zeichnet «Olten im Wandel» aus? Wofür steht der Verein?
Im Namen steckt zwar unsere Dreitannenstadt; wir verstehen uns aber als Teil der Transitionbewegung, also der globalen Graswurzelbewegung, die den Übergang zu einer postfossilen und resilienten Zukunft aktiv gestalten will.
So steht auf unserer Website, und ich finde die Zusammenfassung auch mehrere Jahre, nachdem wir sie formuliert haben, noch passend: «Olten im Wandel» betrachtet sich als Nährboden für eine Vielfalt von Projekten. Gemeinsam engagieren wir uns für ökologisch, wirtschaftlich und sozial nachhaltige, kreative und freudige Lebensweisen und Lösungsmodelle.
Welche Werte beschreiben eure Arbeit am besten?
Ergänzend zu meiner verherigen Antwort möchte ich hier die Nachhaltigkeit ins Zentrum rücken: Bei «Olten im Wandel» verstehen wir sie als eine Form ganzheitlichen Handelns, das ein gesundes und erfülltes Leben ermöglicht – sowohl in der Gegenwart wie auch in der Zukunft, sowohl für den Menschen wie auch für die Natur, sowohl für das Individuum wie auch für die Gemeinschaft. In unseren Projekten handeln wir unabhängig und lokal, tauschen uns aber gerne auch mit anderen aus, lernen voneinander und sehen uns eingebettet in einen globalen Kontext.
Welche konkreten Projekte laufen aktuell?
Unsere aktiven Projekte sind die «RestEssBar», das «Essen für alle», der «Garten für alle», der Verleih des Cargovelos und der «ZeitTauschMarkt». Auch den «Veloschwarm» gibt es seit 2024 in Form einer Velodemo im Sommer. Das Repair Café, «Filme für den Wandel» und «Refugees welcome» machen Pause; wenn sich aber Menschen finden, die sie wieder ankurbeln wollen, kann es auch mit diesen Projekten wieder losgehen.
Wie können Menschen, die euch unterstützen möchten, mitwirken?
Das ist von Projekt zu Projekt verschieden: Bei der «RestEssBar» sind es vor allem Abholung und Abgabe der nicht verkauften Lebensmittel, dabei sind jeden Tag mehrere Helfende im Einsatz. Beim «Essen für alle» braucht es jeweils zuerst Menschen, die gerne gemeinsam kochen, und danach besonders auch solche, die abwaschen und aufräumen. Der «Garten für alle» ist offen für Menschen mit oder ohne grünen Daumen, die sich um Bepflanzung und Pflege der Beete und Gärten kümmern möchten. Und wenn jemand gerne organisiert, wäre das Repair Café oder «Filme für den Wandel» etwas, das wieder angepackt werden kann.
Was bedeutet es euch, wenn Privatpersonen oder Unternehmen – wie auch das Coachingzentrum kürzlich – den Verein oder seine Projekte mit einer Spende unterstützen? Und wie setzt ihr solche Beiträge ein?
Für uns sind diese Spenden immer wieder Zeichen von Anerkennung und Wertschätzung unserer Arbeit sowie eine Motivation, uns weiter zu engagieren. Geld erlaubt uns – je nach Projekt und Phase – die Umsetzung neuer Ideen, die Verbesserungen von Bestehendem und die Deckung unserer Ausgaben etwa für Material- oder Mietkosten.
Wo siehst du «Olten im Wandel» in fünf Jahren? Welche Entwicklung wünschst du dir?
In unserer Stadt und Umgebung gibt es bestimmt einige Menschen mit Ideen, die zu «Olten im Wandel» passen. Ich würde mich freuen, wenn wir diese Menschen dazu anstossen können, ihre Ideen umzusetzen und so zwei oder drei weitere Projekte dazukommen oder die ruhenden Projekte wieder belebt werden. Alle, die mitdenken und mithandeln wollen, sind mit ihren Ideen herzlich willkommen, «Olten im Wandel» und wir unterstützen sie mit unseren Möglichkeiten sehr gerne.



Coachingzentrum